Hilfe!
Vor gut zwei Monaten im Juli habe ich endgültig die Kontrolle über meinen Lorazepamkonsum verloren. Besser gesagt: Dass ich ein Problem hatte, war mir schon zum Jahreswechsel klar geworden. Aber nun reichte die Tageshöchstdosis nicht mehr.
Lorazepam – die meisten kennen es unter dem Markennamen Tavor – ist ein schnell wirkendes, verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel aus der Gruppe der Benzodiazepine.
Ich habe es noch vor der Pandemie von meiner Ärztin als Bedarfsmedikation verschrieben bekommen. Wegen Angstgefühlen war ich immer häufiger völlig verstört und hilfesuchend bei ihr aufgeschlagen.
Am Anfang war alles in Ordnung, ich habe nur ab und zu mal eine Tablette gebraucht. Über die ganzen Jahre hinweg haben sich meine Angstattacken aber immer häufiger gemeldet. Die Angstattacken wurden zu Panikattacken. Das hat dazu geführt, dass ich eine Angst vor der Angst entwickelt und angefangen habe, die Tabletten schon zu nehmen, wenn ich das Gefühl hatte, mich auf eine Panikattacke hinzubewegen. Am Ende dann sogar schon, wenn ich wusste, dass ich demnächst auf eine Situation stoße, in der ich schon mehrfach eine Panikattacke bekommen habe.
Meine Ärztin hat gewiss nicht versäumt zu erwähnen, dass das Mittel stark abhängig macht. Ich habe es vermutlich verdrängt oder nicht ernst genug genommen. Ich war längst abhängig geworden und mein Kopf hat mir Angst eingejagt, um wieder an den Stoff zu kommen.